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17.09.07: Ernährung: Wieviel Fastfood braucht der Mensch?

 

Gesund und lecker soll Essen sein, ganz einfach.

Aber die Lebensmittelindustrie steht im Verdacht, uns zuviel Süßes, zuviel Fettiges, zuviel Künstliches aufzutischen, informiert die neueste Ausgabe der Zeitschrift SECURVITAL.
 
Der Mensch ist, was er isst, sagt man. Was aber wird aus uns, wenn wir pro Jahr 100 Kilo Weißmehl, 50 Kilo Zucker und 25 Kilo minderwertiges Fett essen? In Form von Pommes, Hamburgern, Cola, Pizzas und Schokoriegeln nimmt der europäische Durchschnittsbürger immense Mengen an Kalorien und industriellen Sättigungsbeilagen auf. Nicht nur McDonalds, Dönerbuden & Co expandieren, sondern auch Tiefkühlkonzerne, Süßwarenindustrie, Bäckereiketten und Kantinengroßlieferanten.
 
Gleichzeitig ist es erstaunlich, dass die Bio-Lebensmittel florieren, sowohl in den Bio- und Hofläden wie auch in den herkömmlichen Supermärkten. Immer mehr Bauern steigen vom konventionellen Betrieb auf Bio-Anbau um. Anspruchsvolle Verbraucher und besonders auch Familien mit Kindern achten auf Bio-Qualität. Ernährungskurse in den Volkshochschulen boomen, TV-Köche geben Kochunterricht auf allen Fernsehkanälen. Ratgeber zur gesunden Ernährung gehören zu den Bestsellern unter den neuen Büchern und DVDs.
 
Wie passen diese unterschiedlichen Entwicklungen zusammen? Und worauf kann und soll man noch vertrauen angesichts der Medienberichte über Lebensmittelskandale, Nahrungsergänzungsmittel, Schlankheitsmittel, künstliche Geschmacksverstärker, Gammelfleisch und Nanotechnologie in der Nahrungsmittelindustrie?
 
Eine aufgeklärte Minderheit, so scheint es, achtet bewusst auf gesundes Essen und auf die Qualität der Nahrungsmittel. Das ist unterstützenswert. Im Verbund mit Initiativen und Organisationen (wie Bio-Verbände, Umweltorganisationen, foodwatch, Slow Food und viele andere) kann es auch gelingen, die Qualität von Lebensmitteln wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und damit das Angebot zu verbessern. Dabei geht es nicht um ausgefeilte Diätprogramme oder spezielle Ernährungspläne.
 
Die wesentlichen Erkenntnisse über Ernährung und Wohlbefinden im täglichen Leben umzusetzen ist überraschend einfach. Eine Handvoll klarer Leitlinien und elementarer Regeln könnte schon einen großen Fortschritt für die Gesundheit bringen.
 
Die erste Regel betrifft die Menge: Nicht mehr essen, als man braucht. Das Zivilisationsproblem Übergewicht, verstärkt durch Bewegungsmangel, ist in Deutschland ähnlich wie in den USA zum Gesundheitsproblem Nummer eins geworden. Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes, Rücken- und Gelenkprobleme hängen oft damit zusammen. 
 
Die zweite Grundregel betrifft die Auswahl dessen, was wir essen. Die Tendenz zur Einseitigkeit ist das, wovor viele Ernährungsfachleute warnen. Ab und zu mal Pommes und Sahnetorte ist in Ordnung, aber wer Fertigpizzas und Fastfood als täglich Brot zu sich nimmt, wird über kurz oder lang die Mängel dieser Schmalspur-Ernährung zu spüren bekommen.

Der Körper braucht Vielfalt, damit er sich heraussuchen kann, was er benötigt. Weißmehl, Zucker und billiges Fett braucht er kaum. Aber dafür um so mehr das, was in Vollkorn, Obst und Grünzeug enthalten ist, von Ballaststoffen über Mineralien bis zu Vitaminen und anderen lebenswichtigen Stoffen. „Man muss es ja eigentlich gar nicht mehr sagen: Jeder weiß, dass Vollkornbrot und andere Getreideprodukte aus Vollkorn gesünder sind als Produkte aus hellem Mehl“, meint dazu mit erfrischender Klarheit Prof. Gerd Assmann von der Uni Münster. „Zudem sättigen sie besser und länger. Sie sollten regelmäßig und reichlich auf dem Speiseplan stehen.“

Die dritte Regel betrifft die Qualität von Lebensmitteln: Wer gesund bleiben will, sollte Gesundes essen. Es ist kein Geheimnis bei Lebensmitteln, was gut und was schlecht ist: Bio-Gemüse ist gesünder als pestizidbelastetes. Frisches Obst ist besser als Dosenware. Eier aus Käfighaltung verderben den Appetit, wenn man daran denkt, wie diese Hühner gehalten werden. Bei Fleisch schmeckt man den Unterschied, ob die Tiere artgerecht aufgezogen werden oder ob sie ohne Tageslicht mit Kunstfutter und Antibiotika gemästet werden. Bei Joghurt gibt es die Wahl zwischen naturnahen Produkten oder Einheitsgeschmack mit Kunst-Aroma. Bei Ölen und Fetten merkt sich der Körper, ob es hochwertige (ungesättigte) Fettsäuren sind oder minderwertige (gesättigte) Fette – Herz und Kreislauf tragen die Folgen, nicht sofort, aber auf längere Sicht.
 
Nicht ohne Grund messen die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ebenso wie die indische Ayurveda-Heilkunst der gesunden Ernährung eine außerordentlich wichtige Rolle bei. Sie verstehen Lebensmittel im umfassenden Sinn, als Mittel zum Leben. Aus jahrtausende langer Erfahrung werden die anregenden oder abwehrenden Qualitäten der einzelnen Nahrungsmittel sogar als medizinische Impulse gezielt eingesetzt.

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