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Musik und Gesundheit


13.05.08: Singen verleiht Flügel

 

Viele Musiker und auch Mediziner sind sicher: Singen macht gesund und verhilft zu innerem Gleichgewicht.

Singen tut gut. Davon sind Hunderttausende von Chormitgliedern in Deutschland überzeugt. Ob mit anspruchsvollen Werken im Gesangsverein oder einfach mit Lust und Lautstärke in der heimischen Badewanne – wer gerne singt, hat mehr vom Leben. Mediziner und Musiktherapeuten sind sich über die Segnungen des Singens einig: Den Gesunden schenkt die Musik innere Harmonie, bei Kranken kann sie zur Heilung beitragen. Und einige Wissenschaftler gehen sogar so weit zu behaupten, dass Singen klug macht.

„Singen fördert in hohem Maß unsere körperliche und seelische Gesundheit“,  betont der Musiktherapeut und Buchautor Wolfgang Bossinger. Dabei gehe es weniger um Perfektion und Leistung, sondern um Freude, Emotionen und Gemeinschaft.

Gesund wie Meditation
Genau das entfalte eine heilende Kraft bei der Entwicklung von Kindern ebenso wie bei Erwachsenen, die häufig unter Stress und intellektueller Anspannung stehen.

Das Institut für Musikpädagogik in Frankfurter ist der Frage mit wissenschaftlichen Methoden nachgegangen: „Gibt es physiologisch nachweisbare Gesundheitseffekte durch regelmäßiges Singen in Chören?“ Privatdozent Dr. Gunter Kreutz fand messbare Effekte, als er die Mitglieder mehrere Laien-Chöre untersuchte. Zum einen entdeckte er bei den aktiven Sängern vermehrt Immuglobolin A im Speichel, ein Stoff, der die Atemwege vor Infektionen schützt. Interessant war, dass die Immunschutzwerte nur beim aktiven Singen anstiegen, nicht aber beim passiven Musikhören.

Außerdem stellten die Frankfurter Wissenschaftler bei Laiensängern positive Effekte beim Pegel des Stresshormons Cortisol fest. Dr. Kreutz zieht daraus den Schluss: Singen ist gesund – „mindestens ähnlich gesund wie Meditation, Laufen und regelmäßiger Sport“. 

Für Kinder ist die Musik von besonderer Bedeutung. Schon zu Beginn der Schulzeit haben Kinder, die mit Liedern vertraut sind und regelmäßig in Gemeinschaft singen, einen Vorsprung bei der Sprachentwicklung und sozialen Kompetenzen, berichtete kürzlich die „Apotheken Umschau“. Dabei mag allerdings auch der soziale Hintergrund eine Rolle spielen.

Emotionale Bildung
Mehrere Forschergruppen gehen der Frage nach, ob Musik eine Förderung der Intelligenz bewirkt. So hat der Leipziger Wissenschaftler Dr. Stefan Koelsch Sänger und Nichtsänger im Hinblick auf die sprachliche Leistungsfähigkeit untersucht. Er ist überzeugt, dass Musikunterricht die Sprachentwicklung fördert. Der Frankfurter Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hans Günther Bastian wiederum verweist auf Erfolge einer Musikerziehung an Grundschulen in Berlin. Das Sozialverhalten habe sich stark verbessert, berichtet Bastian.

In vielen Kindergärten und Schulen berichten Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer und Musikpädagogen über ähnliche Erfahrungen. „Singen ist für eine gesunde Entwicklung von Kindern unersetzbar“, meint der Musikpädagoge und -psychologe Dr. Karl Adamek. „“Singen fördert die Fähigkeit, uns selbst und unsere Mitmenschen zu fühlen, und ist für die emotionale Bildung des Menschen von unschätzbarem Wert. Viele Eltern legen deshalb, auch aus grundsätzlichen Gründen, Wert auf eine musische Erziehung.

„Singen gehört fraglos zur Natur des Menschen“, betonte der Violinvirtuose Yehudi Menuhin. „Wir Menschen sind im Singen schöpfende und schöpferische Klangwesen. Wir vermögen durch Gesang unsere Welt und unser Handeln zu beseelen.“

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