Entspannung
Warum schon kleine Momente der Ruhe helfen

 

Für anhaltende Abgeschlagenheit gibt es verschiedene Ursachen. Manchmal lohnt ein genauer Blick auf die eigenen Gewohnheiten und psychisch-mentalen Belastungen im Alltag.

Sich nach einer anstrengenden Woche oder durchfeierten Nacht müde und ausgelaugt zu fühlen, ist normal. Doch wenn die Erschöpfung ohne Anlass auftritt, länger anhält und sich der innere Akku auch durch mehr Schlaf nicht wieder aufladen lässt, sollte man nach der Ursache forschen.

Neben der körperlich bedingten Abgeschlagenheit unterscheiden Mediziner und Psychologen auch eine Reihe von psychisch-mentalen Erschöpfungsarten. Auf nicht alle davon hat man direkten Einfluss. Wer einen nahestehenden Menschen verliert, braucht vor allem Zeit und menschlichen Rückhalt. 

Auf der anderen Seite gibt es aber verschiedene Ursachen, die mentale Energie rauben, auf die der Einzelne sehr wohl Einfluss hat:

  • Dazu gehört beispielsweise die mentale Erschöpfung infolge von Informationsüberlastung (»Message Fatigue«). Empirische Studien während der Corona-Pandemie bestätigten, dass ein zu großer Nachrichtenkonsum Menschen auf die Dauer erschöpft. Sie sind dann immer weniger in der Lage, die vielen Informationen konstruktiv zu verarbeiten.
  • Eng verbunden damit ist auch die Reizüberlastung durch eine zu starke Social-Media-Nutzung (»Social Media Fatigue«). Hierbei kommen zu der mentalen Überforderung durch die ungeheure Menge an Informationen noch sozialer Druck und in der Folge eben auch Erschöpfung hinzu. Die ständige Präsentation idealisierter Lebensstile führt bei vielen Menschen zu Unzufriedenheit und raubt ihnen Energie.
  • Neuere Forschungen zeigen, dass auch die dauerhafte Beschäftigung mit den Schmerzen und negativen Gefühlen anderer an den mentalen Ressourcen zehrt (»Empathy Fatigue«). Wer über lange Zeit dem Leiden oder den Sorgen anderer zu stark ausgesetzt ist, kann sich auch aus diesem Grund ausgelaugt fühlen.
  • Der Begriff der Mitgefühlsmüdigkeit (»Compassion Fatigue«) wurde Mitte der 1990er-Jahre von Charles Figley geprägt und betrifft oft Personen in helfenden Berufen wie der Pflege, im Sozialbereich oder der professionellen Arbeit mit traumatisierten Menschen.

In anhaltender Erschöpfung steckt oft ein wichtiges Signal: Körper und Psyche signalisieren, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wer genau hinschaut, eigene Gewohnheiten reflektiert und sich Unterstützung holt, kann gegensteuern. Kleine Veränderungen, bewusste Pausen und klare Grenzen – für neue Kraft.

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