Entspannung
Tief durchatmen
Warum unser Atem eine wichtige Entspannungsquelle ist
Ob übervoller Terminkalender, ein krankes Kind oder ständige Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz: Was Menschen anstrengt, ist höchst individuell. Doch was immer die Ursache für gefühlten Stress ist: Eine wichtige Entspannungsquelle steht allen Menschen jederzeit zur Verfügung: ihr Atem. Er ist ein hochwirksames Mittel zur Entspannung. Kein Wunder, dass Atemübungen, Atem-Apps und Atemkurse im Trend liegen. Doch bewusstes Atmen ist weit mehr als ein Hype.
Wie funktioniert unsere Atmung?
Ohne Atmung können wir nur wenige Minuten überleben. Rund 20.000 Mal pro Tag holt der Mensch Luft – meist unbewusst. Dabei gelangt Sauerstoff in die Lunge, wird ins Blut transportiert und versorgt alle Zellen im Körper. Gleichzeitig wird Kohlendioxid ausgeatmet. Gesteuert wird dieser Vorgang automatisch im Gehirn. Bei Anstrengung beschleunigt sich die Atmung, im Ruhezustand verlangsamt sie sich.
Brust- oder Bauchatmung: der Unterschied
Viele Menschen atmen flach in die Brust. Dabei wird nur ein kleiner Teil der Lunge genutzt – Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können die Folge sein. Deutlich gesünder ist die Bauchatmung: Dabei schiebt sich das Zwerchfell nach unten und der Bauch wölbt sich leicht nach außen. So wird das gesamte Lungenvolumen genutzt, die Sauerstoffversorgung steigt und der Körper wird leistungsfähiger.
Atmung als Schlüssel zur Entspannung
Die Atmung ist die einzige Vitalfunktion, die wir bewusst steuern können. Wir können sie verlangsamen, vertiefen oder anhalten – und damit direkt auf unser Wohlbefinden einwirken. In vielen Kulturen gilt der Atem seit Jahrtausenden als Quelle der Lebenskraft: In Indien heißt er prana, in China qi, im antiken Griechenland pneuma. Bis heute nutzen Buddhisten, Yoga-Praktizierende und Therapeuten Atemübungen, um Schmerzen, Ängste und Stress zu lindern.
Neuere Studien zeigen: Bewusstes Atmen senkt den Blutdruck und den Puls, entspannt die Muskulatur und verbessert die Lungenfunktion. Patienten mit Asthma oder Herzproblemen profitieren spürbar von Atemübungen. Auch Psychosomatiker setzen auf entschleunigte Atmung, um Stress zu reduzieren und innere Ruhe zu fördern. Das Besondere: Atemtherapien sind messbar – und haben keine Nebenwirkungen.
Wenn Psyche und Atmung sich beeinflussen
Redewendungen wie „Mir stockt der Atem“ oder „Uns bleibt die Luft weg“ zeigen: Gefühle wirken direkt auf unsere Atmung. Angst, Freude oder Lampenfieber verändern den Atemrhythmus sofort. Umgekehrt können wir über bewusstes Atmen auch Einfluss auf unsere Gefühle nehmen. Wer sich auf seinen Atem konzentriert, bemerkt innere Anspannung – und kann sie durch tiefe, langsame Atemzüge lösen.
Atem als Kraftquelle in Krisenzeiten
Ob ausgelöst durch beunruhigende Nachrichten über Kriege, Klimakrise, wirtschaftliche Unsicherheit oder persönliche Belastungen: Viele Menschen erleben ihren Alltag als immer anstrengender. Umso wichtiger ist es, kleine Pausen einzubauen. Wer dabei bewusst die Augen schließt, tief einatmet, bewusst ausatmet, der merkt sehr schnell, dass schon wenige Minuten reichen, um das Gedankenkarussell zu stoppen und neue Kraft zu schöpfen.
Fazit: Einfach atmen, besser leben
Die Atmung begleitet uns ein Leben lang. Wer sie bewusst nutzt, kann Körper und Geist stärken, Stress lindern und Gelassenheit gewinnen. Bereits ein paar Minuten Atemübungen am Tag können reichen, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Drei einfache Atemübungen für mehr Ruhe im Alltag
1. Die 4-6-Atmung
- Setze dich bequem hin und lege eine Hand auf den Bauch.
- Atme durch die Nase 4 Sekunden lang tief ein.
- Atme anschließend 6 Sekunden lang langsam aus.
- Wiederhole die Übung 5–10 Mal.
Wirkung: Senkt Stresshormone und beruhigt Herz und Kreislauf.
2. Atem zählen
- Atme normal ein und aus.
- Zähle bei jedem Ausatmen still „eins“, „zwei“, „drei“… bis zehn.
- Beginne dann wieder bei eins.
Wirkung: Fördert Achtsamkeit und stoppt kreisende Gedanken.
3. Die Seufzer-Atmung
- Atme tief ein.
- Halte den Atem für 1–2 Sekunden.
- Lass die Luft mit einem hörbaren Seufzer entweichen.
- Wiederhole 3–5 Mal.
Wirkung: Löst Spannungen und signalisiert dem Körper Entlastung.
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Auch beim Yoga, Qigong oder Autogenen Training werden Atemtechniken vermittelt, die für den Stressabbau hilfreich sind. Die SECURVITA-Krankenkasse fördert zertifizierte Präventionskurse von qualifizierten Kursanbietern mit Zuschüssen und Bonuspunkten in ihrem Bonusprogramm HealthMiles. Für Präventionskurse werden zweimal jährlich 100 Prozent der Kursgebühren bis jeweils maximal 150 Euro erstattet.
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