Mensch und Natur
Hitzeschutz für Risikogruppen
 

So kommen Kinder, Schwangere, Senioren und chronisch Kranke besser durch heiße Tage

Die Sommer in Deutschland werden zunehmend heißer und länger. Der Klimawandel und steigende Durchschnittstemperaturen führen dazu, dass extreme Hitzewellen häufiger auftreten. Für die Zukunft rechnen Fachleute mit einer weiteren Verschärfung.

Für den menschlichen Körper bedeutet das eine enorme Belastung: Der Organismus muss mehr Energie aufwenden, um die Körpertemperatur zu regulieren. Besonders gefährlich sind anhaltend hohe Temperaturen, weil sie Kreislaufprobleme, Dehydrierung, Hitzschlag oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können.

Studien zeigen: Schon ab 30 Grad Celsius steigt das Risiko für gesundheitliche Notfälle deutlich an. Bereits jetzt sterben laut Robert-Koch-Institut jährlich Tausende Menschen an den Folgen von Hitze oder müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Für wen wird Hitze zur Gefahr – und warum?

Hitze betrifft zwar alle, doch bestimmte Gruppen sind besonders gefährdet:

  • Kinder: Ihr Körper kann Temperaturunterschiede schlechter ausgleichen, zudem trinken sie oft zu wenig.

  • Schwangere: Die zusätzliche Belastung durch Schwangerschaft erhöht die Gefahr von Kreislaufproblemen und vorzeitigen Wehen.

  • Senioren: Im Alter nimmt das Durstgefühl ab, gleichzeitig ist die Herz- und Kreislauffunktion eingeschränkt.

  • Chronisch Kranke: Menschen mit Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen sowie Diabetes haben ein höheres Risiko für Komplikationen. Auch bestimmte Medikamente können die Temperaturregulation stören.

Was tun Städte und Gemeinden für besseren Hitzeschutz?

Um die Bevölkerung zu schützen, setzen viele Städte und Gemeinden inzwischen auf Hitzeaktionspläne. Dazu gehören:

  • Einrichtung von Kühlräumen in öffentlichen Gebäuden

  • Begrünung von Straßen und Plätzen zur Senkung der Temperaturen

  • Platzierung von Trinkwasserspendern im öffentlichen Raum

  • Aktivierung frühzeitiger Warnsysteme über Apps, Medien und Lautsprecherdurchsagen

  • Sensibilisierung von Ärzten, Pflegeeinrichtungen und Kitas für den Umgang mit heißen Tagen

Solche Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Risikogruppen rechtzeitig geschützt und Notfälle vermieden werden.

Wie können Menschen selbst vorbeugen?

Jeder Einzelne kann mit einfachen Maßnahmen viel für seine Gesundheit tun.

Wichtig sind:

  • Ausreichend trinken: am besten Wasser oder ungesüßte Tees, mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag.

  • Leichte Kleidung: Helle, luftige Stoffe helfen, den Körper kühl zu halten.

  • Wohnräume kühl halten: Fenster tagsüber geschlossen halten, nachts lüften, Ventilatoren und/oder Verdunkelung nutzen.

  • Anstrengungen vermeiden: Sport, schwere körperliche Arbeit und Bewegung besser in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen.

Wie sollten sich Menschen bei Hitze verhalten?

An besonders heißen Tagen gilt:

  • Im Schatten bleiben und direkte Sonne meiden.

  • Leichte Kost bevorzugen – frisches Obst, Gemüse und kleine Mahlzeiten entlasten den Körper.

  • Auf Warnsignale achten: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen können Anzeichen von Überhitzung sein.

  • Auf andere achten: Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die zu einer Risikogruppe gehören, regelmäßig besuchen oder anrufen.

Gemeinsam besser durch die Hitze

Hitze ist auch in Deutschland längst keine seltene Ausnahme mehr, sondern eine ernsthafte Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Städte und Gemeinden schaffen wichtige Strukturen, doch entscheidend ist auch das Verhalten jedes Einzelnen. Wer rechtzeitig vorsorgt, sein eigenes Verhalten anpasst und auf gefährdete Menschen achtet, kommt besser durch die heißen Tage.

Checkliste: Gesund durch heiße Tage

Trinken

  • Mindestens 1,5–2 Liter Wasser täglich, bei großer Hitze auch mehr

  • Alkohol und stark gezuckerte Getränke meiden

  • Getränke über den Tag verteilt in kleinen Portionen trinken

Kleidung und Sonnenschutz

  • Leichte, helle Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen

  • Sonnenhut, Kappe oder Tuch als Kopfbedeckung nutzen

  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden

Wohnung und Schlaf

  • Tagsüber Fenster geschlossen halten, dafür nachts und in den frühen Morgenstunden lüften

  • Räume mit Rollos, Jalousien und Vorhängen abdunkeln

  • Ventilatoren oder feuchte Tücher zur Abkühlung nutzen

  • Leichte Decke oder Laken zum Schlafen verwenden

Verhalten im Alltag

  • Körperliche Anstrengungen in die Morgen- oder Abendstunden verlegen

  • Leichte Mahlzeiten bevorzugen (Obst, Gemüse, Salate)

  • Lauwarme Duschen oder Fußbäder nehmen

  • Auf Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen achten

  • Warnhinweise des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigen

Für andere da sein

  • Angehörige und Nachbarn aus Risikogruppen im Blick behalten

  • Kinder nicht im Auto zurücklassen – auch nicht für kurze Zeit

  • Ältere Menschen aktiv ans Trinken erinnern

 

Kostenlos aus dem Fest- und Mobilfunknetz anrufen.

0800 600 3000

Schreiben Sie uns eine Nachricht, wir sind für Sie da.

Kontaktformular