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Selbstverständlich haben wir natürlich einen gesetzlichen Auftrag, Gesundheitsförderung durchzuführen, aber für uns ist es auch wichtig, dass wir tatsächlich so ein bisschen was Individuelles machen. Tatsächlich auch in den Breitensport reingehen und dort auch intensiver und mehr unterstützen können. Und ich finde, das Pilotprojekt zeigt uns jetzt, dass wir durchgeführt haben, dass das jetzt der absolut richtige Weg ist, dass man ein bisschen individueller arbeitet, dass man ein bisschen intensiver und nah am Menschen arbeitet.

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Wenn man Fußball spielt, wenn man lange Fußball spielt, wenn man auch hoch Fußball spielt, dann hat man natürlich die einzige Herausforderung, und das ist Fußballprofi werden. Wie kann ich diese Säulen kontrollieren? Wie kann ich die Belastbarkeit steigern, um einfach einen resilienten, starken Körper aufzubauen? Es ist von vornherein viel Druck auch. Muss man ganz klar sagen. Nicht nur durch Fußball spielen, auch so was drumherum passiert, zum Beispiel Schule.

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Ein guter, leistungsfähiger Sportler körperlicher Natur, der braucht auch natürlich einen Background. Die mentale Fähigkeit, Sachen zu verarbeiten. Hast du Schmerzen, wenn du das Knie durchschrägst? Keine Schmerzen, ne? Schmerzen auch im Alltag? Schaffst du das auch ohne hinsetzen? Sportlich top, aber wir hatten extrem viele Verletzungen.

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Wir waren halt im medizinischen Bereich nicht optimal aufgestellt und dann haben wir gemeinsam mit Julian, der ja auch beruflich aus dem Gebiet kommt als Physiotherapeut, überlegt, wie können wir das verbessern. Dieses Konzept, das fußt eigentlich auf drei Säulen. Es geht eigentlich darum, als übergeordnetes Ziel, wie kann man in so einem leistungsorientierten Breitensportverein Verletzungsprävention betreiben.

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Und dann haben wir uns überlegt, es soll zum einen darum gehen, die Belastbarkeit zu steigern. Es geht zum zweiten darum, die Belastung zu steuern und im dritten Schritt dann halt Regeneration zu fördern und möglichst wieder rechtzeitig die nächsten Belastungsreize zu erfahren. Das war eine Komponente in dem Projekt, dass man sagt, wo ist meine Grenze, wo muss ich mich ein bisschen zurücknehmen. Es bringt dir gar nichts, wenn du jeden Tag über deine Grenze hinausgehst.

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Das wird dich nur zurückwerfen. Und dass man dort tatsächlich den Ausgleich schafft, was super wichtig ist. Weil ich glaube, wenn man jung ist, ambitioniert ist, will man ja immer mehr.

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Also es spielt nicht nur das biomedizinische Modell eine Rolle, wo es nur um die Gewebebelastung und Gewebebelastbarkeit geht, sondern es geht auch um psychosoziale Faktoren. Wie ist es zu Hause? Wie habe ich geschlafen? Habe ich gerade viel Stress? Dann will man super im Sport sein, dann will man seine Freunde nicht vernachlässigen, dann will man die Erwartungen der Schule erfüllen, der Familie erfüllen. Da müssen wir dann einmal eintragen, wie es uns morgens geht, von 1 bis 6 Schulnoten. Und dann kann der Trainer nochmal gucken,

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Okay, heute vielleicht mal Pause machen, weil die Belastung einfach zu hoch war. Noch letzte Wiederholung, ne? Die Trainer der U17 haben halt in Eigenarbeit zwei alte Garagen in den Kraftraum umgebaut. Es ist so ein bisschen wie früher Sylvester Stallone, Rocky.

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Wir konnten sehen, dass durch dieses individuelle Athletiktraining die körperliche Belastbarkeit der Spieler wirklich sich gesteigert und gestärkt hat. Wir haben auch gleichzeitig gesehen, dass die Selbstwahrnehmung, sozusagen der Alltag, was haben wir da für Faktoren, die wurde verbessert. Sowohl in mentaler Hinsicht als auch körperlicher Hinsicht und gleichzeitig auch, und das ist ein super Ergebnis, 15 Prozent weniger Verletzungsanfälligkeit im Vergleich zur Vorsaison. Wer nach oben will, muss bestmöglich gesund bleiben.

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Ich glaube tatsächlich, dass das Pilotprojekt gezeigt hat, wie man Strukturen aufbauen kann, die dem Verein und auch dem einzelnen Spieler gut helfen können. Und diese Erkenntnisse können auch tatsächlich in anderen Teams übernommen werden, in anderen Vereinen, aus dem Breitensport, aber auch vielleicht auch in anderen Lebensbereichen, nicht nur im Vereinsleben.

